Verstärkter Atomprotest auch in Rostock

Atomausstieg in die Hand nehmen

Montag, 28.02.2011 18:39

Menschenkette am Universitätsplatz in Rostock

In Rostock ist es traditionell leiser um das Thema Atomkraft. Der Atomausstieg wird im Land praktiziert, die Produktion erneuerbare Energien erforscht und gefördert und das ist in vielerlei Hinsicht von Vorteil. Immer lauter wird dennoch auch in der Hansestadt um das Thema Atomkraft debattiert und protestiert. Das mag insbesondere daran liegen, dass die Castortransporte nach Lubmin zunehmen, die meist nicht in Verbindung stehen mit dem Atomabfall, der im Osten der Republik entstand. Die Protestveranstalter bedienen das Thema so oft wie möglich, sicher auch um den Atomprotest stärker zu kultivieren, denn die Größe des Protests in Mecklenburg-Vorpommern ist mit anderen Demonstrationen in Deutschland längst nicht vergleichbar. Dass es nicht mehr lang bis zur Landtagswahl ist (wir berichten im Dossier) ist sicherlich auch kein unbedeutender Faktor.

So haben sich am Samstag, den 26.02.2011 gegen 14 Uhr am Universitätsplatz in der Kröpeliner Straße etwa hundert Menschen versammelt. Anlass hierfür war die Teilnahme an einer Menschenkette gegen Atomkraft. Atomkraftgegner, zumeist Rostocker, hielten sich mit Fahnen, Buttons und Trillerpfeifen geschmückt an den Händen, um ein Zeichen zu setzen. Mitglieder von lubmin-nix da unterstützen den Protest musikalisch mit Trommeln. Nach gut zwanzig Minuten löste sich die Menschenkette auf, die sich aus den unterschiedlichsten Altersgruppen zusammensetzte.

Nicht nur in Rostock, sondern in mehr als 40 Orten in ganz Deutschland wurde dazu aufgerufen, den Atomausstieg selbst ›in die Hand‹ zu nehmen. Die Mini-Menschenketten sollen der Menschenkette im Südwesten Deutschlands Aufmerksamkeit verschaffen, sodass möglichst viele Menschen von der Aktion wissen. Am 12.03.2011 kommen also wieder zehntausende Menschen nach Baden-Württemberg und bilden zwischen dem AKW Neckarwestheim und der Landeshauptstadt Stuttgart eine riesige Menschenkette. Die Aktion soll kurz vor den Landtagswahlen ein starkes Zeichen gegen Atomkraft sein und die Menschen auf die vier Atomkraftwerke in Baden-Württemberg, besonders auf eines der ältesten AKW Neckarwestheim 1 aufmerksam machen.

Weitere Informationen

Stephanie Marx


Kommentare 1 to 1 (1)
 

13.06.2011 um 16:24 von Delmar Goyette

Atomausstieg

Es geht den Kraftwerkbetreibern immer nur um die Kohle. Sie kümmern sich nicht um unsere Natur, Hauptsache sie bekommen ihren Gewinn. Jetzt reden die Firmen davon, dass nicht genügend Energie produziert würde ohne die Atomenergie, aber das ist erneut nur eine Ausrede um den Atomausstieg zu verhindern. Auch die Regierung will den Energiekonzernen entgegenkommen, indem sie den Kraftwerkbetreibern die Erlaubnis erteilen, die Stromkontingente der 7 Kraftwerke, die sofort abgeschaltet werden sollen, auf jüngere Atommeiler zu überschreiben. Ich denke, dass das alles nur zur Zeitgewinnung dient. Ich werde mich auch weiterhin gegen die Atomkraft einsetzen.

 
 

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